Genealogie

Kirchenbücher,
Ortsfamilienbücher.

Private Familienforschung in Württemberg. Zwei eigene Ortsfamilienbücher habe ich beim Verein für Computergenealogie veröffentlicht; daneben bereite ich ältere Transkriptionen für die Suche auf.

Schwerpunkt: Pfarreien des Heuchelberg-Zabergäu und des Remstals, 16.–19. Jahrhundert
Region: Brackenheim, Güglingen, Bönnigheim, Pfaffenhofen (Landkreis Heilbronn); Schorndorf, Winterbach (Rems-Murr-Kreis); Lorch mit Filialorten (Ostalbkreis)
Veröffentlichung: Verein für Computergenealogie (CompGen) · ofb.genealogy.net

Eigene Ortsfamilienbücher

Haberschlacht und Neipperg, dazu Winterbach in Arbeit

OFB · veröffentlicht

Haberschlacht & Neipperg

Brackenheim · Landkreis Heilbronn · Zabergäu

Zwei veröffentlichte Ortsfamilienbücher im Zabergäu, beim Verein für Computergenealogie und durchsuchbar nach Personen und Familien: Haberschlacht (ab 1659, 2.920 Personen · 1.058 Familien) und Neipperg (1647–1807, 2.853 Personen · 1.041 Familien).

OFB · Veröffentlichung vereinbart

Winterbach

Rems-Murr-Kreis · Pfarrei Winterbach

Das mit Abstand umfangreichste der hier betreuten Ortsfamilienbücher, erarbeitet von Uwe Riegel aus Grunbach. Die Veröffentlichung beim Verein für Computergenealogie ist vereinbart, der Bestand liegt als weitgehend fertige GEDCOM-Datei vor; abgeschlossen ist die Arbeit daran noch nicht. Anschließend übernehme ich Betreuung, Korrekturen und Ergänzungen sowie eine begleitende Heftreihe aus den Pfarrnotizen.

Umfang nach bisherigem Stand rund 26.000 Personen

Arbeitsweise

Wo die Daten herkommen

Die Haberschlachter Kirchenbücher habe ich von 1659 bis etwa 1735 selbst entziffert: am Tablet gelesen, schwer Lesbares mit dem S-Pen daneben nachgeschrieben, dann Eintrag für Eintrag samt der Paten in eine Genealogie-Datenbank übertragen.

Die beiden großen Sammlungen sind anders entstanden. Otfried Kies hat seine Abschriften über Jahrzehnte selbst getippt, Ruth Blanks „Schorndorfer Familien" lagen als ein einziges, über 2.000 Seiten starkes Typoskript vor. Dort beginnt meine Arbeit beim fertigen Text – der allerdings uneinheitlich ist, je nach Pfarrer mal Fließtext, mal tabellarisch, über Jahrzehnte gewachsen. Allein die Freitexte aus den DOCX-Dateien so zu zerlegen, dass Kind, Eltern und Paten in getrennten Feldern landen, hat eine Woche intensiver Arbeit gekostet. Dazu kamen Mapping-Listen für historische Namens- und Berufsformen, Handkorrekturen Parochie für Parochie und der Aufbau valider GEDCOM-Dateien samt Dublettenabgleich. Am Ende steht für jeden der über 240.000 Einträge bei Kies und jeden der gut 9.500 Familienartikel bei Blank ein einzeln adressierbarer, durchsuchbarer Datensatz.

Diese Arbeit entsteht durchgehend mit KI-Unterstützung, aber an zwei verschiedenen Stellen, und der Unterschied ist wesentlich. Sprachmodelle lesen: Sie übertragen die handschriftlichen Blätter in eine erste Lesefassung und zerlegen Freitext in einzelne Felder. Alles Übrige erledigen Skripte, die zwar mit KI geschrieben wurden, beim Ausführen aber ohne Sprachmodell auskommen – gleicher Eingang, gleiches Ergebnis, beliebig oft wiederholbar. Der GEDCOM-Export etwa entsteht ohne Modell im Laufzeitpfad, ebenso die hier gezeigten Module.

Geprüft wird von Hand: Neben jeder Lesefassung steht das Digitalisat, unsichere Stellen tragen ein Fragezeichen, und zu jedem Datensatz bleibt der quellentreue Rohtext einsehbar.

Ruth Blanks Nachlass enthält daneben 53 Mappen mit handschriftlichen Auszügen aus den Seelenregistern des Kirchspiels Lorch. Diese 1.674 Blätter sind Blatt für Blatt in eine Lesefassung übertragen worden, unsichere Lesungen mit einem Fragezeichen markiert. Jedes Blatt steht auf lorch.bgg-home.de neben seinem Digitalisat, sodass sich jede Zeile am Original nachlesen lässt.

Aufbereitete Transkriptionen

Zwei Lebenswerke, drei durchsuchbare Bestände

Neben den eigenen OFBs bereite ich die Sammlungen zweier anderer Forscher so auf, dass jeder Eintrag zu einem einzelnen, durchsuchbaren Datensatz wird. Der quellentreue Rohtext bleibt jeweils einsehbar, Korrekturhinweise lassen sich direkt am Eintrag einreichen.

Der Nachlass von Ruth Blank enthält zwei ganz verschiedene Quellentypen und liegt deshalb seit August 2026 auf zwei getrennten Seiten: die Verkartung der Schorndorfer Kirchenbücher – Ereignis für Ereignis – und ihre Abschriften der Lorcher Seelenregister, in denen nicht das Einzelereignis, sondern der Haushalt die Ordnungseinheit ist.

Kies'sches Familienarchiv · online

kies.bgg-home.de

Dr. Otfried Kies (1937–2024) · Heuchelberg-Zabergäu

Dr. Otfried Kies hat über Jahrzehnte die Kirchenbücher der Region transkribiert. Aus dem uneinheitlichen Volltext sind hier durchsuchbare Personen-Karten geworden: Volltextsuche mit Operatoren (AND, OR, NOT), Filter nach Parochie und Buchtyp, Direktnavigation per Eintrag-ID.

über 240.000 Einträge · 33 Parochien · 16.–19. Jahrhundert

Schorndorfer Familien · online

schorndorf.bgg-home.de

Ruth Blank (1923–2016) · Schorndorf · Kirchenbücher

Ruth Blank hat die Familien Schorndorfs über Jahrzehnte aus den Kirchenbüchern zusammengetragen, ein über 2.000 Seiten starkes Werk. Hier als durchsuchbare Datensätze: Personen- und Namenssuche, alphabetisches Register, Navigation entlang der Eheverbindungen, GEDCOM-Ansicht je Familienartikel.

rund 48.000 Personen · gut 9.500 Familien · Schorndorf

Lorcher Seelenregister · neu

lorch.bgg-home.de

Ruth Blank (1923–2016) · Kirchspiel Lorch mit Filialen

Aus demselben Nachlass, aber eine ganz andere Quelle: Ruth Blanks handschriftliche Abschriften der Lorcher Seelenregister. Ein Seelenregister verzeichnet Haushalte statt Einzelereignissen – Hausvater, Frau, Kinder der Reihe nach, dazu Herkunft, Hof und oft ein knapper Lebenslauf. Jedes Blatt steht als Lesefassung neben dem Digitalisat, quer über alle Bestände durchsuchbar: vom Marktflecken Lorch über die Filialorte bis zu einzelnen Höfen und Mühlen.

1.674 Blätter · 31 Bestände · Register 1648–1740

Korrekturen & Ergänzungen

Bestände pflegen und ergänzen

Zwei weitere Ortsfamilienbücher der Pfarrei Winterbach pflege ich laufend nach: Korrekturen offensichtlicher Fehler, Ergänzungen aus Nachträgen und Hinweisen anderer Forscher.

OFB · Korrekturen & Ergänzungen

Rohrbronn & Hebsack

Rems-Murr-Kreis · Pfarrei Winterbach

Laufende Korrektur und Ergänzung des Datenbestands zweier Ortsfamilienbücher der Pfarrei Winterbach: Rohrbronn und Hebsack.

Eigene Software

Vier Bausteine rund um webtrees

webtrees ist eine quelloffene Web-Anwendung für Familienforschung. An vier Stellen habe ich ergänzt, was mir bei der eigenen Arbeit gefehlt hat: zwei Module, ein Theme und eine kleine Android-Hülle. Alles steht unter GPL-3.0 mit offenem Quellcode und greift nicht in den Programmkern ein; die beiden Module sind im offiziellen webtrees-Modulverzeichnis gelistet.

webtrees-Modul · v1.2.0 · GPL-3.0

Sammlungen

PHP 8.2+ · natives webtrees-2.2.x-Modul

Foto- und Dokumenten-Sammlungen als thematische Mediensicht neben der personenbezogenen Stammbaum-Ansicht: Ordner-Sammlungen aus dem Dateisystem (Familienfotos, Grabsteine, Kirchenbuchakten, Briefe), freie Sammlungen über mehrere Ordner hinweg. Galerie mit Lightbox und Tastatur-Navigation, EXIF/XMP-Lesen und -Schreiben direkt in die Datei mit Tages-Backup, bidirektionaler Abgleich mit den webtrees-Personenverknüpfungen.

gelistet auf webtrees.net · github.com/thobgg/webtrees-sammlungen

webtrees-Modul · v1.11.0 · GPL-3.0

Ortsregister

PHP 8.2+ · natives webtrees-2.2.x-Modul

Macht aus jedem Ort des Stammbaums eine Archivseite: Fotos und Dokumente liegen dabei in Ordnern und werden angezeigt, ohne dass jede Datei erst als Medienobjekt in den Stammbaum eingetragen werden muss. Dazu Kirchenbuch- und Recherche-Logbuch, Karte, externe Quellen (Wikimedia Commons, Deutsche Digitale Bibliothek, Archion) und eine Ereignis-Statistik der am Ort verorteten Personen. Und zwei Werkzeuge, die webtrees im Kern nicht vorsieht: Schreibvarianten und Dubletten zusammenführen oder umbenennen, jeweils mit Vorschau, Sicherung und Rückgängig-Funktion, sowie die Ortsidentität nach GEDCOM-L als eigener Datensatz (stabile Kennung, historische Namen, Hierarchie, Koordinaten), die nur ergänzt und nie überschrieben wird.

gelistet auf webtrees.net · github.com/thobgg/webtrees-ortsregister

webtrees-Theme · v1.2.0 · GPL-3.0

Farbwelten

PHP 8.2+ · webtrees 2.2.x · vier Farbpaletten in einem Modul

Ein Theme mit vier umschaltbaren Paletten: Hell in Navy und Gold auf warmem Papierton, Dunkel mit Bernstein-Akzenten, Sepia im Buchdruck-Look samt eigenem Druck-Stylesheet und Bordeaux in Weinrot auf Creme. Umgeschaltet wird im Kopfmenü; jeder Benutzer behält seine eigene Wahl, die Einstellung des Administrators gilt als Vorgabe für Besucher. Alle vier Paletten halten den Kontrastwert WCAG AA ein.

github.com/thobgg/webtrees-theme-farbwelten

Android · v1.2 · GPL-3.0

WebtreesAnd

Kotlin · eine Hülle um die eigene webtrees-Instanz

Kein eigener Client, sondern die eigene webtrees-Instanz als App verpackt: Adresse beim ersten Start einmalig hinterlegen, danach eigenes Symbol im Launcher und durchgehende Session. Eine offizielle webtrees-App gibt es nicht. Der Name folgt der OsmAnd-Tradition: OpenStreetMap → OsmAnd, webtrees → WebtreesAnd.

github.com/thobgg/WebtreesAnd · signierte APK unter Releases

Offenheit

Offene Lizenzen, eigene Server

Die Ergebnisse dürfen weiterverwendet werden. Die Ortsfamilienbücher stehen unter CC BY-SA 4.0, die beiden webtrees-Module unter GPL-3.0 mit offenem Quellcode – wer damit weiterarbeiten will, darf das, auch ohne zu fragen.

Die Datenbanken stehen bei mir im Haus, nicht bei einem Anbieter, der morgen den Dienst einstellt oder die Bedingungen ändert. Wer mit historischen Quellen arbeitet, sollte sagen können, wo sie liegen und wer Zugriff hat. Und sie liegen in einem offenen Dateiformat, das jedes gängige Programm lesen kann – falls die Seiten hier eines Tages nicht mehr laufen, sind die Daten trotzdem nicht verloren.

Der Unterbau ist seit 2007 Linux: am Arbeitsplatz Xubuntu, auf der eigenen Synology-NAS Debian-basierte Container. Die Pipelines, die Module, diese Seite – alles dort entstanden.

Maschinell verarbeitet werden nur alte Quellen. Die automatisierten Schritte betreffen ausschließlich Quellen des 16. bis 19. Jahrhunderts – keine Daten lebender Personen. Die Sprachmodelle laufen dabei als einzige Stufe über externe APIs.

F-Droid: der Zeithorizont für kleine Projekte wird enger

F-Droid ist der einzige vollständig quelloffene App-Marktplatz für Android: kein Tracking, kein Google-Konto, keine proprietären Bibliotheken. Für Open-Source-Projekte war er lange die erste Adresse.

Das Modell hat aber strukturelle Eigenheiten. F-Droid baut Apps selbst aus dem Quellcode, statt die vom Entwickler signierte APK zu verteilen – daraus folgen Build-Inkompatibilitäten und lange Wartezeiten in einem ehrenamtlichen, chronisch unterbesetzten Review. Die angekündigte Anforderung reproduzierbarer Builds hebt die Hürde weiter an, besonders für Projekte ohne eigene CI-Infrastruktur.

Eine praktische Alternative ist IzzyOnDroid, ein F-Droid-kompatibler Drittanbieter-Repo: nimmt entwicklersignierte APKs an, reviewt deutlich schneller und bleibt für kleine Projekte realistisch erreichbar.